
Entrümpelung
Keller und Dachboden entrümpeln: Sperrmüll, ASZ, Problemstoffe
Welche Abfälle Ihre Gemeinde gratis nimmt, was ins Altstoffsammelzentrum gehört, wie Sie Problemstoffe richtig entsorgen und ab wann sich eine Firma rechnet.
6 MinutenAktualisiert 30.09.2026
Keller und Dachboden sind die Orte, an denen Dinge landen, für die es keinen Platz mehr gibt, aber auch keinen Entschluss. Nach zwanzig Jahren stehen dort Möbel, Farbkübel, Skier, Kinderwägen und Kisten, deren Inhalt niemand kennt. Dieser Leitfaden zeigt, wie Sie das systematisch angehen, welche Entsorgungswege in Österreich gratis sind und wann eine Firma sinnvoll ist.
Schritt 1: Sortieren nach Entsorgungsweg
Sortieren Sie nicht nach Wert oder Erinnerung, sondern nach Entsorgungsweg. Das spart Fahrten. Bilden Sie Haufen für:
- Behalten
- Verkaufen oder verschenken (Re-Use-Ecke des Sammelzentrums, Flohmarkt, Online-Plattformen, Sozialmärkte)
- Altstoffe: Papier, Glas, Metall, Kunststoff
- Elektroaltgeräte: vom Toaster bis zum Kühlschrank
- Sperrmüll: Möbel, Matratzen, Teppiche, große Kunststoffteile
- Problemstoffe: Farben, Lacke, Lösungsmittel, Altöl, Batterien, Spraydosen, Chemikalien, Leuchtstoffröhren, Medikamente
- Bauschutt: Fliesen, Ziegel, Beton, Sanitärkeramik
- Restmüll
Was Gemeinden kostenlos nehmen
In Österreich bieten alle Gemeinden eine kostenlose Problemstoffsammlung an, entweder ganzjährig im Altstoffsammelzentrum oder mehrmals jährlich als mobile Sammlung. Angenommen werden in haushaltsüblichen Mengen: Altfarben und Lacke, Spraydosen, Altöl, Batterien und Akkus, Säuren, Laugen, Kleber, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel.
Das Altstoffsammelzentrum (ASZ) ist die Sammelstelle der Gemeinde oder des Abfallverbands. In Niederösterreich gibt es rund 430 solcher Einrichtungen. Für Gemeindebürger ist die Abgabe der meisten Fraktionen kostenlos oder sehr günstig, darunter Altpapier, Glas, Metall, Elektroaltgeräte und Kühlgeräte. Für Sperrmüll gelten je nach Gemeinde Mengenbegrenzungen pro Jahr oder geringe Gebühren. Bauschutt wird meist nach Gewicht oder Volumen verrechnet.
Für Sperrmüll gibt es in Niederösterreich und Oberösterreich typischerweise diese Wege: Anlieferung im ASZ der eigenen Gemeinde, Anlieferung im regionalen Abfallzentrum des Verbands, angemeldete Sperrmüllabholung durch die Gemeinde (oft ein- bis zweimal jährlich, teils kostenpflichtig), mobile Sperrmüllsammlung einzelner Verbände auf Bestellung, oder ein befugtes Entsorgungsunternehmen. In Wien nimmt die MA 48 auf den Mistplätzen haushaltsübliche Mengen Sperrmüll kostenlos an, bei Anlieferung mit dem Pkw.
Erster Ansprechpartner ist immer das Gemeindeamt oder der Abfallkalender, den Sie jährlich zugeschickt bekommen. Dort stehen Öffnungszeiten, Gebühren und Mengenbegrenzungen für Ihre Adresse.
Was nicht ins Sammelzentrum darf
- Asbesthaltige Platten (Eternit vor 1990, Wellplatten, alte Blumentröge): Nur verpackt und an speziellen Annahmestellen, oft gegen Gebühr. Nicht brechen, nicht schleifen.
- Munition, Feuerwerkskörper, Waffen: Polizei oder Bezirkshauptmannschaft informieren.
- Größere Mengen Altöl oder Chemikalien aus gewerblicher Nutzung: Entsorgungsfachbetrieb.
- Gasflaschen: Zurück an den Händler oder Gasflaschen-Rücknahmestellen.
- Kühlgeräte mit ausgelaufenem Kältemittel: Vorher beim ASZ nachfragen.
Elektroaltgeräte und Kühlgeräte
Alte Kühlschränke, Gefriertruhen, Fernseher, Computer, Waschmaschinen und Kleingeräte gehören nie in den Sperrmüll oder Restmüll. Sie enthalten Schadstoffe wie Kältemittel, Schwermetalle und Kondensatoren, aber auch wertvolle Rohstoffe. Elektroaltgeräte werden im Altstoffsammelzentrum kostenlos angenommen. Zusätzlich sind Händler beim Kauf eines neuen Geräts verpflichtet, das alte Gerät zurückzunehmen, und größere Elektrohändler müssen Kleingeräte auch ohne Neukauf annehmen. Kühlgeräte transportieren Sie möglichst stehend, damit kein Öl in den Kältekreislauf gelangt. Batterien und Akkus vor der Abgabe entfernen; sie werden gesondert gesammelt. Datenträger in Computern und Handys sollten vor der Entsorgung gelöscht oder ausgebaut werden.
Der Aufwand in Eigenregie
Ein durchschnittlicher Keller eines Einfamilienhauses ergibt schnell 10 bis 20 Kubikmeter Gerümpel. Mit einem Pkw-Anhänger von etwa 2 bis 3 Kubikmetern sind das fünf bis zehn Fahrten, jede mit Beladen, Fahrt, Warten, Entladen. Rechnen Sie realistisch drei bis fünf Wochenenden, wenn Sie zu zweit arbeiten. Dazu kommen Anhängermiete, Treibstoff und eventuell Gebühren fürs Sperrmüll.
Wann eine Firma sinnvoll ist
- Das Volumen übersteigt fünf Anhängerladungen.
- Schwere Gegenstände (Waschmaschinen, Kästen, Öltanks, Werkbänke) müssen über enge Kellerstiegen getragen werden.
- Gesundheitliche Einschränkungen oder Alter machen das Tragen unmöglich.
- Ein Termin drängt, etwa eine Hausübergabe oder ein Verkauf.
- Asbest oder größere Mengen Problemstoffe sind im Spiel.
- Sie wohnen nicht vor Ort, etwa bei einem geerbten Haus im Waldviertel.
Raummax räumt Keller und Dachböden in Niederösterreich, Oberösterreich, Salzburg und Wien direkt in eigene Fahrzeuge. Das Sortieren nach Fraktionen erfolgt beim Beladen, ohne dass ein Container vor dem Haus steht. Die Besichtigung ist kostenlos, das Angebot schriftlich, die Übergabe besenrein.
Tipps aus der Praxis
- Erst Licht, dann Arbeit: Eine Baustellenlampe im Keller verdoppelt die Geschwindigkeit.
- Kisten öffnen, nicht wegtragen: Der Inhalt bestimmt den Weg, nicht die Kiste.
- Fotos statt Aufheben: Vieles wird aus Erinnerung behalten. Ein Foto reicht oft.
- Enddatum setzen: Ohne Termin bleibt der halbe Keller stehen.
- Problemstoffe zuerst: Sie sind das größte Risiko, wenn Kinder oder Haustiere Zugang haben.
Quellen
Häufige Fragen
In den meisten Gemeinden Niederösterreichs und Oberösterreichs: Altpapier, Glas, Metall, Elektroaltgeräte, Kühlgeräte, Problemstoffe in haushaltsüblichen Mengen sowie Sperrmüll für Gemeindebürger, teils mit Mengenbegrenzung. Details stehen im Abfallkalender Ihrer Gemeinde.