
Räumung vorbereiten
Räumung vorbereiten: 10 Schritte, was Sie vorher sichern
Bevor die Räumungsfirma kommt: Dokumente, Schlüssel, Datenträger, Wertsachen, Medikamente und Erbstücke in zehn Schritten sichern, damit nichts Wichtiges im Container landet.
6 MinutenAktualisiert 30.09.2026
Eine Räumungsfirma arbeitet schnell. Das ist ihr Zweck. Genau deshalb sollte alles, was nicht entsorgt werden darf, vorher gesichert und klar gekennzeichnet sein. Die folgenden zehn Schritte haben sich bei Verlassenschaften, Seniorenumzügen und Haushaltsauflösungen bewährt.
1. Dokumente sammeln
Gehen Sie jeden Raum durch und sammeln Sie alle Papiere in einer Kiste, bevor Sie sortieren: Ausweise, Geburts- und Heiratsurkunden, Testament, Vollmachten, Sparbücher, Kontoauszüge, Versicherungspolizzen, Pensionsbescheide, Mietvertrag, Kaufverträge, Grundbuchauszüge, Steuerunterlagen, Zeugnisse, Impfpässe. Auch scheinbar Unwichtiges wie alte Rechnungen kann für ein Verlassenschaftsverfahren oder eine Garantie relevant sein. Typische Fundorte: Schreibtisch, Nachtkästchen, Küchenladen, Kastenoberseite, alte Handtaschen, Bücher.
2. Schlüssel und Zugänge
Sammeln Sie alle Schlüssel und ordnen Sie sie zu: Wohnung, Keller, Dachboden, Garage, Postkasten, Fahrrad, Auto, Bankschließfach, Gartenhaus, Zweitwohnsitz. Unbekannte Schlüssel beschriften Sie mit dem Fundort. Dazu gehören auch Zugangsdaten: Alarmanlagen-Codes, Tresorkombinationen, PIN-Karten. Der Vermieter braucht bei der Übergabe alle Wohnungsschlüssel zurück; fehlende Schlüssel können vom Kautionsbetrag abgezogen werden.
3. Datenträger und Geräte
Handys, Laptops, Tablets, externe Festplatten, USB-Sticks, Speicherkarten aus Kameras, alte Disketten und CDs mit persönlichen Daten. Auf diesen Geräten sind oft Fotos, Passwörter, Bankzugänge und Korrespondenz. Sichern Sie sie, auch wenn die Geräte alt sind. Wer sie später entsorgt, sollte die Daten vorher löschen lassen.
4. Bargeld und Wertsachen
Ältere Menschen bewahren Bargeld oft an ungewöhnlichen Orten auf: in Büchern, unter Matratzen, in Kaffeedosen, in Mantelinnentaschen, in Kuverts hinter Bildern. Prüfen Sie diese Orte systematisch, bevor Möbel abtransportiert werden. Dazu Schmuck, Uhren, Münzen, Goldbarren, Sparbücher, Briefmarken- oder Münzsammlungen.
5. Medikamente und medizinische Hilfsmittel
Bei Seniorenumzügen kommen Medikamente, Brillen, Hörgeräte, Blutdruckmessgeräte und Gehhilfen mit. Bei Verlassenschaften gehören Medikamente nicht in den Restmüll, sondern in die Apotheke oder zur Problemstoffsammlung. Suchtgifthaltige Medikamente wie starke Schmerzmittel sollten Sie in der Apotheke abgeben.
6. Erbstücke und Erinnerungen
Fotos, Fotoalben, Briefe, Tagebücher, Kinderzeichnungen, das Geschirr der Großmutter, die Uhr des Vaters. Bei Verlassenschaften sollten alle Erben die Möglichkeit haben, Erinnerungsstücke auszuwählen, bevor geräumt wird. Ein gemeinsamer Termin vermeidet Streit. Was niemand möchte, kann trotzdem einen Sammlerwert haben; im Zweifel ein Foto machen und kurz recherchieren.
7. Verwertbares markieren
Möbel, Geräte, Werkzeug und Antiquitäten, die verkauft oder angerechnet werden sollen, kennzeichnen Sie sichtbar mit Klebeband oder Zettel. Besprechen Sie bei der Besichtigung, was die Firma anrechnet, und lassen Sie es ins Angebot schreiben.
8. Was bleibt, klar markieren
Bleibt eine Küche, ein Kasten oder ein Teppich für den Nachmieter in der Wohnung? Bleibt die Waschmaschine im Keller? Markieren Sie alles, was nicht mitgenommen werden soll, eindeutig, am besten mit farbigem Klebeband und einer Liste. Räumungsteams orientieren sich an dieser Kennzeichnung.
9. Gefährliche Stoffe separat stellen
Farben, Lacke, Lösungsmittel, Pflanzenschutzmittel, Gasflaschen, Munition, Feuerlöscher, Altöl, Batterien und Leuchtstoffröhren stellen Sie an einem Ort zusammen und informieren die Firma vorab. Diese gefährlichen Abfälle darf eine Räumungsfirma nicht mitnehmen – bringen Sie sie zur kostenlosen Problemstoffsammlung oder ins Altstoffsammelzentrum Ihrer Gemeinde. So bleibt die Räumung planbar und es gibt keine Nachverrechnungen. Waffen und Munition müssen gesondert behandelt werden; hier ist die zuständige Behörde zu informieren.
10. Zustand dokumentieren
Fotografieren Sie jeden Raum vor der Räumung, insbesondere Böden, Wände, Fenster und fest verbaute Einrichtung. Das dient als Beweis gegenüber dem Vermieter bei der Übergabe und gegenüber Miterben bei Verlassenschaften. Halten Sie außerdem die Zählerstände fest.
Wenn mehrere Angehörige beteiligt sind
Bei Verlassenschaften und Haushaltsauflösungen älterer Menschen sind oft Geschwister, Kinder und Enkel beteiligt, die unterschiedlich weit weg wohnen und unterschiedlich viel Zeit haben. Bewährt hat sich ein gemeinsamer Termin, an dem alle Beteiligten durch die Wohnung gehen und markieren, was sie möchten. Bei Überschneidungen entscheidet das Los oder ein Wechselverfahren: Jeder wählt reihum ein Stück. Wer nicht kommen kann, bekommt Fotos und meldet Wünsche bis zu einem Stichtag. Nach diesem Stichtag gilt: Was nicht beansprucht wurde, wird verwertet oder entsorgt. Halten Sie das Ergebnis kurz schriftlich fest, etwa per E-Mail an alle. Das klingt bürokratisch, erspart aber Vorwürfe Jahre später, wenn sich jemand an die Vase der Großmutter erinnert.
Wie lange dauert das?
Für eine durchschnittliche Wohnung reichen zwei bis drei halbe Tage. Bei einem vollen Haus mit Keller, Dachboden und Werkstatt sollten Sie mehrere Wochenenden einplanen. Setzen Sie ein Enddatum, sonst zieht sich die Vorbereitung endlos.
Und dann?
Wenn alles gesichert ist, vereinbaren Sie mit Raummax eine kostenlose Besichtigung. Sie erhalten ein schriftliches Angebot, die Räumung erfolgt direkt in unsere Fahrzeuge ohne Container, das Objekt wird besenrein übergeben. Alles, was während der Räumung noch auftaucht und persönlich ist, legen wir beiseite und übergeben es Ihnen.
Quellen
Häufige Fragen
Für eine durchschnittliche Wohnung reichen meist zwei bis drei Termine von je einem halben Tag, um Dokumente, Wertsachen und Erinnerungsstücke zu sichern. Bei sehr vollen Objekten oder wenn mehrere Angehörige mitentscheiden, entsprechend mehr.